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§ 794 ZPO Weitere Vollstreckungstitel
(gesetz.zpo.buch-8.abschnitt-1 und recht.notar.gesetz)
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(1) Die Zwangsvollstreckung findet ferner statt:

1. aus Vergleichen, die zwischen den Parteien oder zwischen einer Partei und einem Dritten zur Beilegung des Rechtsstreits seinem ganzen Umfang nach oder in Betreff eines Teiles des Streitgegenstandes vor einem deutschen Gericht oder vor einer durch die Landesjustizverwaltung eingerichteten oder anerkannten Gütestelle abgeschlossen sind, sowie aus Vergleichen, die gemäß § 118 Abs. 1 Satz 3 oder § 492 Abs. 3 zu richterlichem Protokoll genommen sind;
2. aus Kostenfestsetzungsbeschlüssen;
2a. aus Beschlüssen, die in einem vereinfachten Verfahren über den Unterhalt Minderjähriger den Unterhalt festsetzen, einen Unterhaltstitel abändern oder den Antrag zurückweisen;
2b. (weggefallen)
3. aus Entscheidungen, gegen die das Rechtsmittel der Beschwerde stattfindet, dies gilt nicht für Entscheidungen nach § 620 Nr. 1, 3 und § 620b in Verbindung mit § 620 Nr. 1, 3;
3a. aus einstweiligen Anordnungen nach den §§ 127a, 620 Nr. 4 bis 10, dem § 621f und dem § 621g Satz 1, soweit Gegenstand des Verfahrens Regelungen nach der Verordnung über die Behandlung der Ehewohnung und des Hausrats sind, sowie nach dem § 644;
4. aus Vollstreckungsbescheiden;
4a. aus Entscheidungen, die Schiedssprüche für vollstreckbar erklären, sofern die Entscheidungen rechtskräftig oder für vorläufig vollstreckbar erklärt sind;
4b. aus Beschlüssen nach § 796b oder § 796c;
5. aus Urkunden, die von einem deutschen Gericht oder von einem deutschen Notar innerhalb der Grenzen seiner Amtsbefugnisse in der vorgeschriebenen Form aufgenommen sind, sofern die Urkunde über einen Anspruch errichtet ist, der einer vergleichsweisen Regelung zugänglich, nicht auf Abgabe einer Willenserklärung gerichtet ist und nicht den Bestand eines Mietverhältnisses über Wohnraum betrifft, und der Schuldner sich in der Urkunde wegen des zu bezeichnenden Anspruchs der sofortigen Zwangsvollstreckung unterworfen hat.

(2) Soweit nach den Vorschriften der §§ 737, 743, des § 745 Abs. 2 und des § 748 Abs. 2 die Verurteilung eines Beteiligten zur Duldung der Zwangsvollstreckung erforderlich ist, wird sie dadurch ersetzt, dass der Beteiligte in einer nach Absatz 1 Nr. 5 aufgenommenen Urkunde die sofortige Zwangsvollstreckung in die seinem Recht unterworfenen Gegenstände bewilligt.


Anmerkung Abs. 1 Nr. 5: Der BGH leitet aus der Formulierung "des zu bezeichnenden Anspruchs" ein Konkretisierungsgebot ab, dass neben dem Bestimmtheitsgrundsatz eigenständige Bedeutung beansprucht. Ein Verstoß gegen das Konkretsierungs gebot führt zu einer Unwirksamkeit der Unterwerfungserklärung (BGH v. 19.12.2014 Az. V ZR 82/13). Dies hat der BGH für die Formulierung:

"wegen der in dieser Urkunde eingegangenen Zahlungsverpflichtungen, die eine bestimmte Geldsumme zum Gegenstand haben“

entschieden.

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Auf diesen Artikel verweisen: Kostenfestsetzungsverfahren/Kostenfestsetzungsantrag * Unterwerfungserklärung/Unterwerfungsklausel * wichtige prozessuale Normen * § 239 FamFG Abänderung von Vergleichen und Urkunden * Prozessvergleich, Rechtsnatur * Prozessvergleich, Rechtsnatur * § 800 ZPO Vollstreckbare Urkunde gegen den je­­weiligen Grundstückseigentümer * Grundschuld Einigung/Eintragung * § 795 ZPO Anwendung der allgemeinen Vorschriften auf die weiteren Vollstreckungstitel