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Wechselmodell/Doppelresidenzmodell, paritätisch
(recht.zivil.materiell.familie.sorge.betreuungsmodelle)
    

Leben Eltern getrennt, haben aber das gemeinsame Sorgerecht für ihr Kind, dann haben sie unterschiedliche Kinderbetreuungsmodelle zur Auswahl.

Beim Wechsel- oder auch Doppelresidenzmodell lebt das Kind im Wechsel einmal im Haushalt des einen Elternteils, dann im Haushalt des anderen Elternteils. Meist besitzt es bei jedem Elternteil ein eigenes Kinderzimmer.

Man spricht von einem paritätischen Wechselmodell, wenn die Betreuungsanteile der Eltern exakt bei 50 %, liegen, z.B. einem wöchentlichen Wechsel des Kindes. Kommt es zu einer Verschiebung in die Richtung eines Elternteils (z.B. 45 % zu 50 %), spricht man nicht mehr von einem paritätischen Wechselmodell mit entsprechenden Konsequenzen für den Unterhalt (siehe unten).

Das Wechselmodell ist grundsätzlich gerichtlich durchsetzbar (OLG Schleswig v. 19.12.13 Az. 15 UF 55/13) dabei ist der richtige Weg die Einleitung eines Umgangsverfahrens das auf paritätischen Aufenthalt/Umgang gerichtet ist (BGH v. 1.2.2017 Az. XII ZB 601/15).

Die Anordnung eines zu einem Wechselmodell führenden Umgangs, setzt aber eine "bestehende Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit der Eltern voraus". "Ist das Verhältnis der Eltern erheblich konfliktbelastet, so liegt die auf ein paritätisches Wechselmodell gerichtete Anordnung in der Regel nicht im wohlverstandenen Interesse des Kindes." (BGH v. 1.2.2017 Az. XII ZB 601/15).

Zudem kann es aber dem Kindeswohl widersprechen, wenn der ständige Wechsel durch die fehlende Stabilität der Lebensumstände das Kind belastet (OLG Koblenz Beschluss vom 12.01.2010 Az. 11 UF 251/09).

Andere Kinderbetreuungsmodelle: Residenzmodell/Eingliederungsmodell, Nestmodell.

Kindergeld

Da beim paritätischen Wechselmodell eine eindeutige Zuordnung nicht möglich ist, legen verschiedene OLGs verschiedene Kriterien an, an wen das Kindergeld gemäß § 64 EstG zu zahlen ist. Unabhängig vom Empfänger ist das Kindergeld in jedem Fall ein Verrechnungsposten bei der Ermittlung des Kindesunterhaltes.

Unterhalt

Handelt es sich nicht um ein paritätisches Wechselmodell .d.h. hat ein Elternteil ein Übergewicht bei der Betreuung (z.B. 4 Tage beim Vater, 3 bei der Mutter), dann spricht man nur von erweitertem Umgang und der Elternteil der im geringeren Umfang betreut, bleibt unterhaltspflichtig.

Bei einer strengen Durchführung (z.B. alle geraden Wochen ist das Kind beim Vater alle ungeraden Wochen bei der Mutter), ist der Unterhalt wie bei Volljährigen zu ermitteln, d.h. entsprechend des Einkommensverhältnisses. Anschließend ist das Geld wieder hälftig auf die Eltern zu verteilen, ggf. unter Anrechnung von Zahlungen die ein Elternteil vorab erbringt.

Unterhaltsvorschuss

Bei dem paritätischen Wechselmodell gibt es keine Leistungen nach dem Unterhaltsvorschussgesetz.

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Auf diesen Artikel verweisen: Residenzmodell/Eingliederungsmodell * Nestmodell * § 1629 bgb Vertretung des Kindes