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Unwissenheit schtzt vor Strafe nicht
(recht.allgemein)
    

Dass Unwissenheit nicht vor Strafe schtzt, ist eine alte Volksweisheit, der aus rechtlicher Sicht nur teilweise zuzustimmen ist.

Bezieht sich die Unwissenheit des Tters auf Tatbestandsmerkmale (sogenannter Tatbestandsirrtum) dann fehlt ihm der Vorsatz. Hat er auch nicht fahrlssig gehandelt, oder wird fahrlssiges Handeln nicht bestraft, dann schtzt ihn diese Unwissenheit vor Strafe.

Beispiel: A glaubt zum Stammtisch einen Schirm mitgebracht zu haben, daher nimmt er beim Verlassen des Gasthauses den Schirm des B mit nach Hause. Hier wird A nicht bestraft, da er nicht wusste, dass der Schirm nicht ihm gehrte.

Bezieht sich die Unwissenheit auf die Strafbarkeit des Verhaltens (sogenannter Verbotsirrtum), dann schtzt sie den Tter nur, wenn er den Irrtum nicht vermeiden konnte. Das wird von den Gerichten sehr selten angenommen, daher schtzt hier Unwissenheit in der Regel nicht vor Strafe.

Beispiel: A nimmt den Schirm des B mit, weil er glaubt, dies sei bei Regen nicht verboten. Hier htte der A erkennen mssen, dass er auch bei Regen nicht fremde Schirme mitnehmen darf.

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